130323 Typen_Elmar Lixenfeld

Typen

13.03.2013, 19:00 Uhr - 23.04.2013, 22:00 Uhr

Ausstellung von Elmar Lixenfeld DWB Eröffnung am Samstag, den 23. März 2013, um 19 h im WerkbundForum am Ernst-May-Platz, Frankfurt am Main.

Das Grußwort spricht Rainer Maria Kiesow (École des hautes études en siences sociales, Paris). Zur Finissage am Freitag, den 19. April 2013, um 19 h spricht Holger Jebens (Frobenius-Institut, Frankfurt am Main).

 

In der Ausstellung begegnen sich drei Aspekte der Arbeit von Elmar Lixenfeld: Eine Gruppe von 19 physiognomischen Plastiken. Ein Schwarm von 89 Scherenschnitten. Eine Reihe von 7 Buchstaben aus eigenen Alphabeten. Die Serie von 19 Köpfen – »Die Dekane« – entstand als Beitrag für die Publikation »Gesichter der Wissenschaft. Eine Studie über gesellschaftliche Klischees von Wissenschaft«, herausgegeben von Eva-Maria Engelen und Rainer Maria Kiesow. Jeder Dekan repräsentiert nicht einfach eine akademische Disziplin, sondern der Formenreichtum der Plastiken thematisiert den Zusammenhang zwischen den jeweils ausdifferenzierten Spezialgebieten der Forscher und deren individueller Physiognomie. Kann man in Gesichtern lesen? Jedenfalls: irre Typen. Die 89 Schwarzpapierprofile entmaterialisieren die Gesichtszüge auf ein Minimum, sie erscheinen quasi als greifbare Schatten, nähern sich der abstrakten Form: typische Konturen. Die 7 großformatigen a-Minuskeln der »Schwarzen Kunst« hüllen sich in eine geheimnisvolle Metaphorik. Wenn von Druckschriften die Rede ist, spricht man vom »Schrifttyp« oder einfach von der »Type«, englisch: »character«, »typeface«. Die Bleilettern, in Negativformen gegossen, heißen »Typen« oder »Drucktypen«. Der Begriff der »Schriftgießerei« aus der Bleizeit der Schrift lebt bis heute im englischen »typefoundry« fort. Und auch im Wort »Font«, dem elektronischen Zeichensatz einer Schrift in einem bestimmten »Schriftschnitt«, steckt noch der schöpfende und gießende Vorgang der Schriftherstellung. Mit »Schattenstrichen« sind die kräftigen Strichzüge eines Buchstabens gezeichnet. »Fleisch« hat eine Type links und rechts von der »Figur«, der Weißraum, dessen Größe beim »Zurichten« als Bestandteil des Buchstabens festgelegt wird; manche »Figuren« haben »Augen«.

Die gezeigten dreidimensionalen Buchstabenkörper werden durch Druckbeispiele in den verschiedenen Schrifttypen von Elmar Lixenfeld ergänzt. Der Ausstellungskonzeption liegt die Vermutung zugrunde, dass die »irren Typen«, die »typischen Schattenkonturen« und die »typefaces« durch mehr als über bloße Metaphorik miteinander in Verbindung stehen, und dass diese Verbindungen die Metapher überhaupt erst möglich machen.

Mit Spannung dürfen die Grußworte von Prof. Dr. Rainer Maria Kiesow, Rechtshistoriker an der École des hautes études en siences sociales, Paris, und von Prof. apl. Dr. Holger Jebens, Ethnologe am Frobenius-Institut Frankfurt am Main, erwartet werden.

Elmar Lixenfeld, Jahrgang 1963. Studium der Visuellen Kommunikation in Offenbach und an der Accademia di Belle Arti, Rom. Seit 1989 eigenes Bu?ro fu?r Fragen der Visuellen Kommunikation. 1998 bis 2002 Dozent an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Buch- und Medienpraxis. 2009/2010 Jurymitglied beim Wettbewerb »Die schönsten deutschen Bu?cher«. Arbeitet konzeptionell, typografisch, fotografisch, schriftentwerfend, zeichnerisch, plastisch. Hauptsächlich buchgestaltend.