120928 Werkbundtag Koblenz

Werkbundtag 2012 auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz

28.09.2012, 18:00 Uhr - 30.09.2012, 20:00 Uhr

Der diesjährige Beitrag des werkbund.jung zum werkbundtag 2012 in Koblenz mit dem Titel „momentMal“ wird als erstes überregionales Projekt der drei Gruppen FrankfurtRheinMain, Weimar und Detmold organisiert, geplant und mit Unterstützung des Deutschen Werkbunds RLP durchgeführt. Der werkbund.jung lädt alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Sonntag, den 30. September von 14.00 – 16.00 Uhr zu einem außergewöhnlichen Rundgang durch seinen Pavillon. momentMal und die darin beinhalteten Stationen werden honorarfrei von Mitgliedern des werkbund.jung erarbeitet und gestaltet und sind nicht Bestandteil der Kunstausstellung.

Zum Thema RheinSCHIENE +WarenSTROM

Besonders unsere jüngere Generation, um die 25-30 Jahre alt, blickt mit Sorge auf die Entwicklungen, die derzeit durch Entscheidungsträger von der europäischen bis hin zu regional-lokalen Ebene in Planungen vorbereitet oder bereits in Teilrealisierungen durchgeführt werden. Die Trassen quer durch europäische Kulturlandschaften und Lebensräume resultieren aus einem wirtschaftspolitisch begründeten Fortschrittsglauben und entsprechen in keinster Weise unserer Vorstellung einer Zukunft, in der wir verantwortlich leben und die wir positiv mitgestalten wollen. Daher sagen wir: „momentMal! Hier stimmt etwas nicht!“ Der werkbund.jung möchte mit seinem Beitrag ein deutliches Zeichen setzen, dass vermeintlicher Wachstum nicht das Ziel sein kann und ebenso nicht erstrebenswert ist, wenn der Weg auf Kosten von Umwelt- und Lebensqualität beschritten wird. Uns ist bewusst, dass es besonders für unsere Generation nicht mehr nur ausreicht, sich kritisch im Diskurs mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wir werden diejenigen sein, die von den aktuellen Planungen spürbar in weitaus größerem Maße betroffen sein werden. Wir werden diejenigen sein, die der nächsten Generation Erklärungen schuldig bleiben, wenn wir nicht auch handeln. Von diesen Möglichkeiten des Handelns - angefangen bei uns selbst - wollen wir auf dem Werkbundtag in unserem Beitrag berichten.

Der Deutsche Werkbund thematisiert 2012 in einer Ausstellung und in einer Konferenz die Veränderungen der Kulturlandschaften an der Rheinschiene. Der Rhein und der Mythos der Loreley haben seit der Romantik Künstler und Dichter zur Auseinandersetzung angeregt. Politisch umstritten war die „Wacht am Rhein“ an „Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze“. Inzwischen ist politisch Ruhe eingekehrt. Lautstärke äußert sich anders als vor 150 Jahren. Die Fragen, die die Rheinschiene heute aufwirft, gründen in ihrer 2000jährigen Bedeutung als völkerverbindender Verkehrsweg: Kein Fluss ist – abgesehen von der Donau - so europäisch wie er. Der Ausbau der Eisenbahn im 19. Jahrhundert nutzte ihn als natürlichen Durchstich des Mittelgebirges. Heute durchstechen wir die Alpen. Die alten Fragen stellen sich neu im Lichte des Ausbaus dieser Nord-Süd-Transversale, die große Landschaftsräume verändert. Mit den Mitteln der Kunst und der Wissenschaft soll ihren Effekten auf die Landschaft, die Natur und die Menschen am Strom auf den Grund gegangen werden. Der Deutsche Werkbund Rheinland-Pfalz organisiert Tagung und eine Ausstellung mit Werken von 13 Künstlern.