2006

Die erste Begegnung: wb.jung trifft dwb hessen

Im Detail sehen die Umfrageergebnisse wie folgt aus:

TU Darmstadt, Fachbereich Architektur

122 befragte Studierende

“Ich kenne den Werkbund nicht” 40 %

“Ich kenne Ihn, aber weiß nichts genaues” 28 %

“Ich kenne Ihn und weiß genaueres” 32 %

29 befragte Lehrende

“Ich kenne den Werkbund nicht” 17 %

“Ich kenne Ihn, aber weiß nichts genaues” 28 %

“Ich kenne Ihn und weiß genaueres” 55 %

FH Frankfurt, Hochschule Darmstadt, HFG Offenbach

185 befragte Studierende - “Ich kenne den Werkbund nicht” 82 %

“Ich kenne Ihn, aber weiß nichts genaues” 8 %

“Ich kenne Ihn und weiß genaueres” 10 %

Als ein weiteres Problem des Werkbundes wird die Dezentralisierung durch die Werkbünde der einzelnen Bundesländer benannt und die damit verbundene Schwächung des deutschen Werkbundes als gesamtdeutsche Institution. Kilian, Rahe und Petereck nehmen dazu Stellung und erklären, dass durch fehlende Mittel sich die Aktivitäten des Werkbundes Hessen auf das Werkbundforum in Frankfurt beschränken. Dort jedoch finden regelmäßige Veranstaltungen statt. Eine allgemeine Übersicht der laufenden Aktivitäten wird zusammengetragen. Die derzeitige schwierige Lage des Werkbundes sich an die junge Generation zu richten, ihr Interesse zu wecken und zur Mitwirkung zu animieren wird angesprochen. Von Seiten des Werkbundes wird deutlich begrüßt, dass das Engagement von den Studierenden kommt und man so einen, sonst schwierig herzustellenden, Kontakt schaffen kann. Um eine konkrete Vorstellung zu geben, wie eine Zusammenarbeit zwischen Werkbund und Studierenden aussehen könnte, haben die Studierenden einige Vorschläge ausgearbeitet, die ein Bewusstsein für den Werkbund unter den Studenten schaffen könnte.

Genannt werden folgende Ideen, Vorschläge und Kooperationen - Preisverleihung im Rahmen der “Sichten” Ausstellung - Ausstellen von Studentenarbeiten im Werkbund-Forum und/oder Veröffentlichung in der Werkbundzeitung - Beiträge im Rahmen der Mittwochabend-Vorträge an unserem Fachbereich - Im Gegenzug Mitarbeit bei den Inhalten und der Ausführung von Ausstellungen, Internetpräsenz, Layout von Veröffentlichung etc.

Die Ideen bekommen allgemein ein positives Feedback und werden als „gut realisierbare Projekte“ eingestuft. Auch der Werkbund formuliert seine Ideen, wie sich der wb.jung einsetzen kann in Form von Layoutarbeiten, Unterstützung bei Ausstellungen und Veröffentlichungen eigener Interessen – der DWB kann als „Sprachrohr“ einer kommenden Generation fungieren. Es kommt der Vorschlag Darmstadt als Vorreiter zu nehmen und das Netzwerk auf andere Hochschulen auszuweiten um den Rahmen weiter zufassen. Dies scheint in Anbetracht der kleinen Anzahl an Mitgliedern des wb.jung noch ein weit entferntes Ziel. Hierzu melden sich neutrale Gäste der Diskussion und erinnern an eine realistische Zielsetzung. „Nicht nur der DWB ist überarbeitet, Studenten auch."

Der wb.jung ist zurzeit eine Gruppe von 9 Studenten mit Vollauslastung, die man nicht durch Überforderung demotivieren sollte.“ Es kommt die Frage auf, wie sich der wb.jung selbst versteht und welche Zielvorstellungen er mit dem Projekt verbindet. Ist der wb.jung eine unabhängige Gruppe als „Kooperationspartner“ oder integrierte Gruppe der Institution Werkbund. Es folgt eine Pause in der Diskussion. Der wb.jung sieht sich nicht als Zuarbeiter im Werkbund, sondern als eigenständige Gruppe mit Überschneidungen in der Zielsetzung. Der wb.jung sagt deutlich „Wir wollen keinen HiwiJob.“ um nicht bei dem ohnehin schon ausgefüllten Studienalltag als Hilfskraft des DWB verstanden zu werden. Der wb.jung formuliert zum Abschluss der Diskussion seine Vorstellungen von „Geben und Nehmen“ für eine gute Zusammenarbeit.

Unter „Geben“ versteht der wb.jung, dass er über ein Schwarzes Brett an der Uni, Mundpropaganda etc. eine Schnittstelle zwischen den Generationen darstellt. Die Studenten können den DWB durch andere Denkweisen und Positionen bereichern. Interessierte Studenten können ein wenig Zeit zur Unterstützung konkreter Projekte spenden. Hierfür muss die konkrete Schnittstelle zur Koordination geklärt werden. Der DWB Hessen und die Werkbundakademie sollten als Einheit nach interner Übereinstimmung an uns herantreten um zu vermeiden, das einzelne Werkbündler mit persönlichen Einzelinteressen an uns herantreten. Unter „Nehmen“ versteht der wb.jung langfristig ein Netzwerk, auf das Studenten / Hochschulabgänger beim Berufseintritt zurückgreifen können, welches man sich normaler Weise erst nach jahrelanger Berufserfahrung aufgebaut hat. Auf kurze Sicht ist die Präsenz des DWB in der Hochschule in Form von Gastkritiker, Vortragsredner, Sichten-Preis, etc. das Ziel. Die Diskussion kehrt nochmals zurück auf den Punkt der fehlenden jungen Generation im Werkbund und des Zusammenspiels von Jung und Alt. Jochen Rahe möchte, dass „die Jungen den Alten Beine machen“. Gleichzeitig wird gefordert, dass Studenten die Angebote des DWB mehr wahrnehmen. Grundlegende Forderung des wb.jung zum Abschluss ist eine bessere Kommunikation nach Außen.

Resümee

Das Ergebnis des ersten Treffens des wb.jung mit dem hessischen Werkbund und der Werkbundakademie Darmstadt ist eine von beiden Seiten gewünschte und notwendige Informations- und Kontaktplattform, bei der der wb.jung als Sprachrohr für die junge Generation, vor allem die Studenten des FB 15, fungiert. Die Aktionen des wb.jung im FB 15 und in der Umgebung von Darmstadt sind dabei als Prototypen für andere Universitäten zu sehen, auf die unser Modell übertragen werden kann. Als erster Schritt wird in der Kuhle des FB 15 ein „Schwarzes Brett“ installiert, an dem jeder über aktuelle Projekte und Angebote des hessischen Werkbundes (oder den WB anderer Bundesländer) informiert wird und entsprechend in Kontakt treten kann.

Der wb.jung nimmt zukünftig an Werkbundgesprächen teil und unterstützt anstehende Werkbundaktionen, so dass sich eine gegenseitige Bereicherung und Inspiration entwickelt. Im Gegenzug werden sich Mitglieder des Werkbundes und der Werkbundakademie als Gastkritiker und Vortragsredner am FB 15 engagieren. Außerdem ist ein „Werkbund-Preis“ im Rahmen der Sichten- Ausstellung vorgesehen. Generell soll mit dieser Werkbund-Synthese ein Netzwerk geschaffen werden, auf das Studenten noch während ihres Studiums sowie Hochschulabgänger beim Eintritt in das Berufsleben zurückgreifen können, welches man normaler Weise erst nach jahrelanger Berufserfahrung aufgebaut hat

wb.jung im Januar 2007